Lars Henkel
“Bist Du Flo?”, fragt mich jemand auf den Eingangsstufen des Bonner Hauptbahnhofs. Es ist “Lars Henkel”:http://www.reflektorium.de/lars.html vom “Reflektorium”:http://reflektorium.de/, der mich netterweise sogar vom Bahnhof abholt.
[myflash=larshenkel]
Ich bekomme einen persönlichen Stadtrundgang mit einem Zwischenstop im Café Einstein. Bei einem Milchkaffee erzählt mir Lars Henkel, wie seine Karriere als Illustrator mit den Artworks für “Meret Becker”:http://www.meretbecker.de/ begonnen hatte. Seine Bilder sind vor allem im Kulturbereich sehr gefragt – „in die Werbung pass ich nicht so richtig rein. Ich will mich auch nicht verbiegen müssen.“ Dass seine eigenen freien Projekte im gleichen Verhältnis zu den „Brotjobs“ stehen ist ihm wichtig. Dafür nimmt er sich immer wieder Zeit, wie zuletzt in Lissabon, wo er mit den Vorbereitungen für den Animationsfilm der “Waldminiatur”:http://www.reflektorium.de/lars/Waldminiatur.pdf begonnen hat.
Ein besonderes Vergnügen ist es, mit Lars Henkel in seinen “Lieblingscomicladen”:http://www.qype.com/place/21725-Bonner-Comic-Laden-GmbH-Bonn zu gehen. Mit dem Besitzer fachsimpelt er über den neuen Dave McKean Film und zeigt mir begeistert seine liebsten Zeichner und Bücher. Da ich ihm mindestens genau so viele zeigen kann, stöbern wir eine ganze Weile in dem wirklich toll sortierten Laden herum. Lars Henkel gründete während seinem Studium in Aachen mit Anja Struck und Mario Wagner das Reflektorium, durch das sie seitdem in ideeller Form verbunden sind und das ein Ort des Austausches geworden ist.
Bei sich zu Hause zeigt mir Lars Henkel die Originale seiner Orangebox Serie. Vielschichtig gemalte, collagierte und gezeichnete Bilder, für die die Unterseiten von Orangen-Holzkistchen als Malgrund dienen. So werden die „Leinwände“ zu richtigen Objekten. „Ich mag die Struktur dieses geschmirgelten Coccoina-Klebers.“, sagt er und streicht über das Bild, das ich gerade noch vorsichtig in den Händen hielt. „Ich muss die Oberflächen immer anfassen, wenn ich dürfte, würde ich das am liebsten auch bei Gemälden von anderen machen.“ Seine Bilder stehen in Bonn gerade alle im Keller, er ist nur provisorisch hier eingezogen. Bald geht es nach Stuttgart. Ich hoffe, ich kann mich dort mal mit einem Comic-Stadtrundgang revanchieren.